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Kirche

  • Von jeher gehören Kirche und Musikkapellen zusammen und vielerorts gehen die Gründungen auf die Initiative der Geistlichen Herren zurück. Ein Geistlicher aus St. Anton, Pfarrer Edmund Schütz, hat so auch die Musikkapelle Galtür 1925 gegründet und mehrere Jahre als Kapellmeister geleitet. Auch unsere musikalischen Vorfahren werden 1829 in Zusammenhang mit der Kirche (Prozessionen) schriftlich genannt. Inwieweit bei der Gründung unserer Musikkapelle 1900/1901 der Pfarrer oder Kaplan eine Rolle gespielt haben, ist nicht überliefert, es dürfte jedoch anzunehmen sein, daß dies auf kirchlicher Seite sehr begrüßt wurde und die ersten musikalischen Einsätze auch bei Prozessionen und sonstigen kirchlichen Festen erfolgte. Als großzügiger Spender ist in den Jahren vor dem 1. Weltkrieg auch Kaplan Zangerl von St. Anton des öfteren genannt aber auch die Kapläne Alber und Wanner (Pfarrer ab 1947) sowie Pfarrer Kirschner waren der Musikkapelle gut gesinnt, nur hin und wieder wurde in Bezug auf Advent- und Fastenzeit von kirchlicher Seite ein wenig Kritik an manchen zu fröhlichen Veranstaltungen der Kapelle geübt. Zu besonderen Ausrückungen für die Kirche zählen die Pfarreinstände 1919, 1935, 1947 und 1983 ebenso die Firstfeier und Weihe der vergrößerten Kirche 1932...

  • ..., die Glockenweihen 1931, 1948 und 1957, die Pfarrerhebungsfeier 1947 und die Primizfeiern für Fritz Tschol 1956 und Josef Strolz 1959. Beschwerlich gestaltete sich auch die Umrahmung verschiedener Begräbnisse, da die Verstorbenen von St. Anton aus nach St. Jakob auf den Friedhof hinaus begleitet wurden und erst 1952 die Pfarre St. Anton ihren eigenen Friedhof auf der Planie bekam. Auszug aus der Pfarrchronik - im Mai 1935 verstarb Kaplan Alber und eine unübersehbare Menschenwenge begleitete den beliebten Kaplan bei Schneetreiben nach St. Jakob hinaus – Musikkapelle, Schützen, Feuerwehr und vaterländische Jugendverbände gaben dem Trauerzug ein erhebendes Bild. Es mag ein Zufall gewesen sein, daß die Einstandfeier für unseren Herrn Pfarrer Bruno Decristoforo und die erste Ausrückung unseres neuen Kapellmeisters Serafin Öttl im Februar 1983 zusammengefallen sind und der neue Herr Pfarrer gleich einmal die große Vorliebe unseres Kapellmeisters für Kirchenmusik erkannte. Als Bariton Bläser war es dann nur mehr eine Frage der Zeit, bis unser Herr Pfarrer als Mitglied der Kapelle beitrat und dies bis dato auch geblieben ist. Das gute Verhältnis beiderseits hat aber auch dazu geführt, daß die Musikkapelle vermehrt in die Gestaltung der Festtage mit einbezogen wurde und selbst in der Osternacht den Auferstehungsgottesdienst in voller Besetzung mitgestaltet und dort als Höhepunkt jährlich das „Händl Halleluja“ zur Aufführung bringt. Zu den weiteren kirchlichen Ausrückungen neben Prozessionen usw. zählen auch seit über 50 Jahren die musikalische Gestaltung der „Sattelkopf Messe“ und die Messgestaltung beim Bruderschaftstag in St. Christoph. Einen hohen Stellenwert nehmen auch die vielen Bläsergruppen ein, die in verschiedenen Besetzungen das ganze Jahr über anzutreffen sind und sowohl traurige als auch freudige Kirchgänge umrahmen, wobei die Gestaltung der Mette am heiligen Abend immer eine Besonderheit darstellt. Vielleicht auch einmalig ist, daß seit über 40 Jahren am Heiligen Abend eine Bläsergruppe von Ortsteil zu Ortsteil geht, um den Einheimischen und Gästen auf diese Weise frohe Weihnachten zu wünschen und selbst an diesem Tag die Musikanten zur Freude „anderer“ musizieren.

     

    In Sachen Kirche ist es aber nicht nur bei der musikalischen Betätigung geblieben, sondern auch mehrere Projekte für unserer Kirchengemeinde wurden von der Musikkapelle in Angriff genommen. So wurde von den Musikanten 1989 ein Kreuzweg durch das Verwalltal zur Stiegeneck Kapelle errichtet, welche auf Initiative unseres Herrn Pfarrer zurückzuführen ist und vom damaligen Obmann Spiss Siegfried und Vizeobmann Haueis Erich umgesetzt wurde. Viele Musikanten haben freiwillige Arbeitsstunden geleistet und in Gemeinschaftsarbeit ein kirchliches Kleinod zum besinnlichen Nachdenken mit Gott geschaffen. Eingeweiht wurden diese Stationen am Sonntag, den 1. Oktober 1989 im Beisein der ganzen Musikkapelle und ca. 200 Gläubigen.

    Aber auch die Generalrenovierung unserer Pfarrkirche 1994 ist auf Initiative einiger Musikanten unserer Kapelle zurückzuführen und ohne deren aktive Beteiligung mit freiwilligen Arbeitsschichten und Sammeln bei der Bevölkerung hätte dieses Unternehmen nicht so schnell abgeschlossen werden können. Symbolisch wurde nach Beendigung der Renovierungsarbeiten dem alten Wetterhahn am Kirchendach „echte Musikfedern“ von unseren Hüten aufgesetzt, welche bei etwas Wind noch lange auf dem Kirchendach wehten. Selbstverständlich wurde die endgültige Fertigstellung der Kirchenrenovierung am 2. Oktober 1994 mit Aufsetzen des Turmkreuzes musikalisch von uns umrahmt und dem Anlaß entsprechend wurde ein kleines Fest gefeiert.

     

    Es erfüllt uns mit stolz, in der Person des Herrn Pfarrer nicht nur einen guten Seelenhirten , sondern auch einen Freund und Kameraden gefunden haben, der ein Teil von uns geworden ist. Der Tradition entsprechend, werden wir MusikantenInnen der Kirche auch in Zukunft die Treue zu halten.